Methodik

Probatio Systemica

Ein neutrales, mathematisch fundiertes Framework zur systemischen Verifikation komplexer Maßnahmen. Universell anwendbar, kulturunabhängig, nicht klimaspezifisch.

Übersicht und Abgrenzung

Probatio Systemica (PS) ist die methodische Grundlage von Provolution. Sie formalisiert das SEC-J-Prinzip (Sufficient, Efficient, Consistent, Just) als allgemein anwendbares Werkzeug zur Bewertung von Maßnahmen, Institutionen, Aussagen und Entscheidungen — nicht beschränkt auf den Klima-Kontext.

Wichtige Abgrenzung: Provolution ist eine Anwendung von Probatio Systemica, nicht umgekehrt. PS ist das Werkzeug, Provolution die domain-spezifische Anwendung auf Klimatransformation. PS kann ebenso auf Gesundheitspolitik, Bildungsreformen oder Infrastrukturentscheidungen angewendet werden.

Das Framework ist explizit nicht ideologisch und enthält keine Werturteile. Es beschreibt, welche Eigenschaften systemische Tragfähigkeit ausmachen, und stellt die mathematische Apparatur bereit, um diese Eigenschaften messbar und überprüfbar zu machen.

Die PS-Familie (sieben Module)

PS ist modular aufgebaut. Jedes Modul wendet die SEC-J-Logik auf einen anderen Prüfgegenstand an. Alle Module teilen dieselbe mathematische Basis und unterscheiden sich nur in Prüfobjekt, Gewichtung und Verdict-Schema.

Probatio Systemica Modularchitektur: PS-U zentral, sechs Module im Orbit, VFP als Eingangsfilter und MMM als optionale Skalierungsprüfung
Modul Voller Name Prüfobjekt Kernfrage
PS-U Probatio Systemica Universal Maßnahme / System Systemisch tragfähig?
PV Probatio Veritatis Faktischer Claim Empirisch haltbar?
PD Probatio Deliberativa Politische Entscheidung Prozessual SEC-J-konform?
PI Probatio Institutionalis Institution Anspruch = Realität?
PN Probatio Narrativa Mediendiskurs Wer spricht, wer fehlt?
PP Probatio Philosophica Philosophisches Argument Logisch konsistent?
PT Probatio Temporalis Zeit / Score-Drift Hat sich die Lage verändert?

Architektur: VFP und MMM

Zwei methodische Bausteine ziehen sich durch alle PS-Module:

VFP — Vorfilter-Protokoll

Eintrittscheck für jedes Modul. Klärt drei Fragen vor jeder Prüfung: Ist die Einheit eindeutig? Ist der Gegenstand überhaupt prüfbar? In welcher Domäne befinden wir uns? VFP ist immer aktiv und übernimmt die Gatekeeper-Funktion — ohne sauber definierte Eingabe keine valide Prüfung.

MMM — Mikro-Makro-Matching

Skalierungs-Logikprüfung. Verifiziert, dass eine auf Mikroebene gültige Konsistenz auch auf Makroebene gilt — und umgekehrt. MMM wird aktiviert bei kleinen Stichproben (n < 3), bei kausalen Skalenbrüchen oder bei der Integration neuer Hebel-Kandidaten. Wichtig: MMM ist ein Logik-Werkzeug, kein Quellen-Verifikator — das übernimmt PV.

Modulare Zusammenarbeit

In der Praxis arbeiten mehrere Module ineinander: PS-U liefert die Bewertung einer Maßnahme, PV verifiziert die zugrundeliegenden empirischen Behauptungen, PD prüft den Entscheidungsprozess, PT überwacht die Score-Drift über die Zeit. Jedes Modul ist eigenständig nutzbar, gewinnt aber an Aussagekraft im Verbund.

Die vollständige Spezifikation aller Module, ihrer Formeln und Verdict-Schemata findet sich in den CANON-Dokumenten — insbesondere in Band 1 (SEC-J-Kanon), Band 3 (Scientific Core) und in PS-Familie-Übersicht.